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Muss es wirklich ein eigenes Haus sein?

Einen Hausbau-Blog mit solch einem Artikel zu beginnen, mag zwar etwas verwirrend wirken, aber macht durchaus Sinn. Ein eigenes Haus zu bauen ist mit Stress und starken Nerven verbunden. Das beginnt bei der Grundstückssuche und der Finanzierung, zieht sich über das Planen und das Verfolgen des Baufortschritts bis hin zur Kostenkontrolle und noch vielem mehr (damit beschäftigen sich die nächsten Artikel noch genauer). Aus diesem Grund betrachten wir hier die möglichen Alternativen, welche neben dem eigenen Hausbau noch betrachtet werden sollten, bevor man den Schritt wagt und das Hausbau-Projekt startet.

Eigentumswohnung

Die meisten Wohnungen befinden sich im Stadtgebiet und man kann leichter von einer kleineren Wohnung in eine größere und umgekehrt ziehen. Als junge Familie wird eine große Wohnung benötigt und sobald die Kinder außer Haus (aus der Wohnung) sind, ist eine kleinere Wohnung ausreichend, billiger und pflegeleichter. Zusätzlich findet man leichter eine Eigentumswohnung im Stadtzentrum oder generell in der Stadt. Ein eigenes Haus oder Reihenhaus in der Stadt ist eher unmöglich zu finden bzw. auch unbezahlbar.

Nachteile einer Eigentumswohnung sind die zusätzlichen Kosten für die Verwaltung. Eine nachträgliche Änderung ist nur im geringen Umfang möglich und muss mit dem Hauseigentümer abgestimmt werden. Die unmittelbaren Nachbarn kann man sich außerdem nicht aussuchen und daher ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Dies betrifft auch die Benutzung des Grundstücks bzw. des Gartens, sofern vorhanden.

Reihenhaus

Als nächsten Objekttyp betrachten wir ein Reihenhaus. Das Reihenhaus wäre sehr interessant für eine junge Familie, weil die Heizkosten sehr gering sind. Im Gegensatz zu einem alleinstehenden Haus sind nur zwei Außenwände vorhanden, welche den Großteil der Wärmeverluste darstellen (Ausnahme: Eckhaus). Der Bau eines solchen Reihenhauses erfolgt oft schlüsselfertig, außer man kauft ein bereits bezogenes Haus. Als Pluspunkt bezogen auf die Kosten ist noch der geringe Grundstücksbedarf zu erwähnen.

Auf der anderen Seite haben Sie beschränkte Möglichkeiten, eigene Vorstellungen in einen Neubau einfließen zu lassen. Zu berücksichtigen ist auch der kleine Garten aufgrund der relativ kleinen Grundstücke bei Reihenhäusern. Der Kontakt zu den Nachbarn ist auch sehr direkt, weil Hauswand an Hauswand steht. Daher wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Konflikten mit den Nachbarn kommen, wenn es bei Ihnen öfters laut ist (Kinder, Feiern, u.ä.). 

Doppelhaus

Die Doppelhaushälfte kommt schon sehr nahe an ein eigenes Haus heran. Es gibt nur einen direkten Nachbarn, mit dem man sich leichter einigen kann. Zusätzlich sind diese Haustypen leichter wieder zu verkaufen als Reihenhäuser. Die größeren Grundstücke bieten auch genügend Platz für die Kinder im eigenen Garten oder für die Grillfeiern mit der ganzen Familie.

Lediglich die Heizkosten sind höher, weil natürlich auch mehrere Wände die Außenwand darstellen. Es sind nämlich drei Außenwände und daher auch  mehr Wärmeverluste. Wenn die Doppelhaushälfte auch von einem Bauträger gekauft wird, können auch nur bedingt eigene Ideen realisiert werden.

Baumeisterhaus

Bei dem eigenen Haus vom Baumeister ist man eigentlich nur vom verfügbaren Kapital begrenzt. Sie haben die freie Wahl, ob Sie am Stadtrand oder ganz im Grünen wohnen möchten. Sie können bei der Erstellung alles frei entscheiden und natürlich auch nachträglich ändern und müssen niemanden um Erlaubnis bitten. Eventuell die Bank, falls Sie mehr Geld benötigen . Sie haben auch keinen direkten Nachbarn auf demselben Grundstück und der Garten kann auch relativ groß sein bzw. wird wieder nur von Ihrem verfügbaren Kapital und der Lage eingeschränkt.

Natürlich hat alles Gute auch Nachteile, denn Sie sind komplett alleine verantwortlich und können nichts auf eine Verwaltung abwälzen. Sie müssen demnach auch alleine für die Erhaltungskosten aufkommen. Sie benötigen auch mehr Grundfläche im Vergleich zu einem Reihen- oder Doppelhaus und das bedingt auch die Größe des notwendigen Grundstückes.

Die Freiheit in der Planung ist – aus meiner Sicht – weder ein Vorteil noch ein Nachteil. Auf der einen Seite können Sie alles bestimmen und haben fast keine Einschränkungen (okay, das Kapital ist hier die limitierende Größe). Auf der anderen Seite birgt diese Freiheit auch großes Diskussionspotenzial mit dem Partner und die Folge ist der eine oder andere Streit. Außeracht lassen dürfen Sie auch nicht die Koordination und Kontrolle der Handwerker. Vergessen Sie nicht, Sie sind alleine dafür verantwortlich, wen Sie beauftragen!

Fertigteilhaus

Beim Fertigteilhaus verhält es sich – bezogen auf die Grundstückswahl und die Nachbarn – ähnlich wie beim Baumeisterhaus. Der große Unterschied sind die Kosten für die „freie Gestaltung“. Solange Sie keine Wände anders haben möchten als im Katalog und auch keine Änderungen bei den Installationen benötigen, sind Fertigteilhäuser recht günstig im Vergleich zu einem Baumeisterhaus. Man muss sich je nach Ausbaustufe auch um fast nichts kümmern, weil die Fertigteilhäuser bis zur schlüsselfertigen Ausbaustufe lieferbar sind.

Sollten Sie jedoch sehr extravagante Wünsche haben, wird es sehr teuer. Die Firmen lassen sich dabei sehr gutes Geld zahlen, weil das Haus schließlich nicht mehr von der Stange ist. Hier sollten Sie doch eher zu einem Baumeisterhaus umschwenken. Nicht zu vernachlässigen ist, dass die meisten Firmen 50% der Hauskosten als Anzahlung nehmen und Sie dann acht Wochen warten müssen, bis das Haus geliefert und aufgestellt wird. Wenn in dieser Zeit die Firma den Konkurs anmeldet, ist Ihr Geld mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls fort.

Keine leichte Entscheidung

Wohnungen sind zwar leichter an die aktuellen Lebenssituationen anpassbar, jedoch bei der freien Gestaltung eingeschränkt. Doppelhäuser/Reihenhäuser kommen zwar schon nahe an ein eigenes Haus heran, jedoch mit Einschränkungen, was den Garten und die Tuchfühlung mit dem Nachbarn betrifft. Fertigteilhäuser sind relativ günstig, wenn sie von der Stange kommen und man muss sich je nach Ausbautyp um fast nichts kümmern. Die größte Herausforderung ist das Baumeisterhaus, wobei man auch hier bereits Ausbaustufen bis schlüsselfertig vom Baumeister bekommt und sich diese Variante vor allem dann auszahlt, wenn man sich bei seiner Wohnraumgestaltung nicht einschränken möchte.