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Tipps zum Finden des „perfekten“ Baugrundstücks: Teil 1

Das richtige, also für Ihre Bedürfnisse optimale Baugrundstück ist einer der wichtigsten Aspekte beim Hausbau. Das Haus lässt sich schließlich später nicht mehr auf ein anderes Grundstück verpflanzen. Sie wünschen sich auch bestimmt keine zusätzliche Belastung durch eine übersehene Hypothek. Daher sollten Sie sich viel Zeit lassen bei der Wahl des richtigen Grundstücks, um einen späteren Alptraum zu vermeiden.

Wie ermitteln Sie Ihre Grundstücksbedürfnisse?

Bevor Sie mit der Suche nach dem geeigneten Baugrundstück beginnen, sollten Sie sich Papier und Bleistift nehmen und überlegen, was Ihnen bei folgenden Punkten wichtig ist:

  • Grundstücksgröße (groß/mittel/klein)

  • Lage (nähe zu einer Stadt, Stadtrand, Land)

  • Infrastruktur (je nach Lage eventuelle Einschränkungen z.B. Supermarkt, Veranstaltungszentrum usw.)

  • Grundstückspreis (Was ist möglich in Kombination mit der gewünschten Grundstücksgröße?)

  • Aufschließungskosten (sind nicht zu vernachlässigen und je nach Lage sehr unterschiedlich)

  • Verkehrstechnische Anbindung (Wollen Sie öffentlich in die Arbeit fahren? Ist es Ihnen egal, ob Sie immer ein Auto benötigen?)

Prüfen Sie die Auswahl Ihrer Baugrundstücke

Haben Sie nun ein paar interessante Grundstücke gefunden, ist es wichtig, diese Grundstücke und die Gegend zu unterschiedlichen Zeiten und Tagen zu besuchen. Damit können Sie spätere Überraschungen durch Geruchsbelästigung, Lärm, Wind oder Nachbarn vermeiden und schon im Vorfeld abwägen, was für Sie störend ist. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein wunderschönes Haus, in dem man am Wochenende wegen störenden Lärms nicht entspannen kann. Oder Sie kommen nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause und werden vom beißendem Geruch der naheliegenden Biogasanlage empfangen.

Das Besichtigen der Grundstücke zu unterschiedlichen Zeiten hat den Vorteil, dass Sie die Ausrichtungsmöglichkeiten (N-O-S-W) des Hauses überlegen können. Wie kann ich das Sonnenlicht für das Haus nutzen, damit es schön hell ist und ich im Winter Heizenergie sparen kann? Gibt es Bäume, Berge, Hochhäuser u.ä., die Ihnen einen ungünstigen Schatten auf das Grundstück werfen könnten, so dass Sie im Sommer bereits ab 16 Uhr im Schatten sitzen? Den schönen Sonnenuntergang werden Sie dadurch wohl nicht genießen können.

Ebenso zu bedenken: Wenn Sie eine schöne Aussicht haben, dann haben andere eventuell auch einen schönen Einblick. Wollen Sie das?

Scheuen Sie sich nicht, die Bewohner der umliegenden Häuser zu befragen, um mehr über die Umgebung zu erfahren. Fragen Sie ruhig, was diesen Bewohnern gut an der Gegend gefällt und was nicht. Sie dürfen nicht vergessen: Ihre Besuche sind Momentaufnahmen, aber die Anrainer wohnen schon lange dort und kennen die Umgebung üblicherweise sehr gut.

Wie ist die Bodenbeschaffenheit?

Die Bodenbeschaffenheit spielt beim Hausbau ebenfalls eine wesentliche Rolle. Sie wissen nicht, ob Sie auf gewachsenem Boden bauen werden oder auf einer zugeschütteten Grube. Vielleicht liegt das Grundstück in einem ehemaligen Sumpfgebiet? Dann müssen spezielle Maßnahmen getroffen werden, um ein tragfähiges Fundament zu schaffen. Es kann auch vorkommen, dass bereits ab einer Tiefe von 1,5 m hartes Felsgestein vorliegt, das für den Keller gesprengt werden müsste. Das ist sicher nicht günstig! Diese und weitere Begebenheiten führen zu erheblichen Mehrkosten während der Bauphase. Um sich vor solchen kostenintensiven Überraschungen zu schützen, sollten Sie vor dem Grundstückskauf ein Bodengutachten erstellen lassen. In den meisten Fällen, wenn das Grundstück als Bauland erschlossen wurde, sollte solch ein Gutachten bereits bei der Gemeindeverwaltung vorliegen.

Dort sollten Sie sich auch die Grundwasserspiegel bzw. Wasserstände vorlegen lassen. Denn auch hier kann es schnell kostspielig werden. Bei Grundwasser zwischen 1,5 m und 3 m unterhalb der Geländeoberkante ist bei einem gewünschten Keller zwingend eine Dichtbetonausführung notwendig. Noch teurer wird es, wenn Sie dazu während der Bauphase das Wasser abpumpen müssen. Vielleicht möchten Sie eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe als Heizsystem verwenden, aber das Grundwasser ist 30 m unter der Geländeoberkante. Hier wird der notwendige Brunnen nicht gerade günstig werden.

Was erwartet Sie im Teil 2?

Sie werden erfahren, welche Arten von Grundstücke es gibt und welche Einschränkungen damit verbunden sein können. Man darf nicht vergessen, dass es Grundstücke mit Naturdenkmälern gibt oder sogar Gebäude unter Denkmalschutz. Was alles im Grundbuch steht und beim Grundstückskauf unangenehm werden kann, ist ebenfalls Thema des nächsten Teils.